Eine Seite für Gedichte
Ein Gedicht das mir am 31.10.2002 spontan eingefallen ist, es betrifft mich selber, allerdings betrifft es auch alle die etwas suchen und Hoffnung haben, zu finden.
Ich hoffe das es manch einem gefällt.
Es heißt Hoffnung
Hoffnung heißt
mit Liebe leben
Hoffnung heißt
Vertrauen geben
Hoffnung heißt
die Zukunft denken
Hoffnung heißt
Gewißheit schenken
Hoffnung heißt
immer zu werben
Hoffnung heißt
zusammen alt zu werden!
Auch ein schönes!
Gib ihr mehr!
Das ist Liebe,
lass sie nicht um Nahrung betteln,
gib ihr mehr als sie braucht
und sie wird einen Weg aus Blütenduft
von Deinem zu meinem Herzen legen.
Und dann habe ich fast gleichzeitig noch ein Gedicht von Hesse gefunden. Es heißt
Schönes Heute
Morgen - was wird morgen sein?
Trauer Sorge wenig Freude,
schweres Haupt, vergoßner Wein.
Du sollst leben, schönes Heute!
Ob die Zeit in schnellem Flug
wandelt ihren ewgen Reigen,
dieses Bechers voller Zug
ist unwandelbar mein Eigen.
Meiner losen Jugend Brand
lodert hoch in diesen Tagen
Tod, a hast du meine Hand,
willst Du mich zu zwingen wagen?
Etwas von Khalil Gibran aus dem Buch "Worte wie die Morgenröte"
Von der Liebe!
Liebe genügt der Liebe
und denke nicht, du könntest der Liebe Lauf lenken;
denn Liebe, so sie dich würdig schätzt,
lenkt deinen Lauf.
Liebe die nicht immer wieder neu entsteht,
stirbt ständig.
Wenn die Hand eines Mannes die Hand einer Frau berührt,
berühren sie beide das Herz der Ewigkeit.
Die Kraft zu lieben ist Gottes größtes Geschenk an den Menschen,
denn niemals wird es dem Gesegneten, der liebt,
genommen werden.
Ich habe gelernt, Hesse mit seinen Gedichten - vor allem mit dem Gedicht Stufen, das ich gleich schreiben werde - etwas zu verstehen.
Es ist etwas was man erkennen muß, um andere Menschen besser verstehen zu können, die sich diese Gedanken, vor allem das Gedicht zum Lebensinhalt gemacht haben.
Stufen von Hermann Hesse
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht blüht jede Lebensstufe,
blüht Weisheit auch und jede Tugend zu Ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andere, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf` um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegensenden,
des Lebensruf wird niemals enden....
wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Ein weiteres Gedicht von Hesse, das mir zugesandt worden ist:
Erscheinung
Jede Erscheinung auf Erden ist ein Gleichnis,
Und jedes Gleichnis ist ein offenes Tor,
Durch welches die Seele, wenn sie bereit ist,
In das Innere der Welt zu gehen vermag,
Wo du und ich und Tag und Nacht alles eines sind.
Jedem Menschen tritt hier und dort in seinem Leben
Das geöffnete Tor in den Weg,
Jeden fliegt einmal der Gedanke an,
Dass alles Sichtbare ein Gleichnis sei,
Und dass hinter dem Gleichnis der Geist
Und das ewige Leben wohne.
Wenige freilich gehen durch das Tor
Und geben den schönen Schein dahin
Für die geahnte Wirklichkeit des Inneren.
( Hermann Hesse )
Ein wunderschönes Gedicht, nur sollte man den Abschied, und die neuen Räume die zu entdecken sind, vielleicht nicht auf andere Beziehungen übertragen, sondern darauf, das man mit seinem Partner andere neue Räume - sprich Erfahrungen oder miteinander lernen, von einander lernen, darauf beziehen sollte. Und genau das wünsche ich mir, und werde alles dafür tun, damit ein gemeinsames Alt werden einen schönen Lebenssinn ergibt!
Die Jahre die wir noch haben, in Glück und Zufriedenheit zu verbringen, zusammen alt werden und alles teilen was zu teilen geht, Freud und Leid, Schmerz und Glück, Erfahrungen die man zusammen machen kann, Räume die zu durchschreiten sind, um neue Räume zu erreichen, und letztendlich dahin zu kommen, das man sagen kann man war glücklich, trotz manchem Schmerz den man auszuhalten hatte, wichtig ist das Ziel denke ich.
Auch Hesse hat es wohl so gemeint, denke ich, nicht nach manchem Rückschlag oder Nackenschlag etwas Schönes von sich zu tun, nein, sondern versuchen zusammen neues, und manchmal auch schmerzvolles zu erdulden, um danach besser und vollendeter miteinander leben zu können.
Ich glaube das man Liebe nicht einfach so wegpacken kann, und nichts gibt es auf der Welt das man nicht ändern kann!
Im Grase
Süße Ruh', süßer Taumel im Gras,
Von des Krautes Arome umhaucht,
Tiefe Flut, tief tief trunkne Flut,
Wenn die Wolk' am Azure verraucht,
Wenn aufs müde, schwimmende Haupt
Süßes Lachen gaukelt herab,
Liebe Stimme säuselt und träuft
Wie die Lindenblüt' auf ein Grab.
Wenn im Busen die Toten dann,
Jede Leiche sich streckt und regt,
Leise, leise den Odem zieht,
Die geschloßne Wimper bewegt,
Tote Lieb', tote Lust, tote Zeit,
All die Schätze, im Schutt verwühlt,
Sich berühren mit schüchternem Klang
Gleich den Glöckchen, vom Winde umspielt.
Stunden, flüchtger ihr als der Kuß
Eines Strahls auf der trauernden See,
Als des ziehenden Vogels Lied,
Das mir nieder perlt aus der Höh,
Als des schillernden Käfers Blitz,
Wenn den Sonnenpfad er durcheilt,
Als der heiße Druck einer Hand,
Die zum letzten Male verweilt.
Dennoch, Himmel, immer mir nur
Dieses Eine nur für das Lied
Jedes freien Vogels im Blau
Eine Seele, die mit ihm zieht,
Nur für jeden kärglichen Strahl
Meinen farbig schillernden Saum,
Jeder warmen Hand meinen Druck,
Und für jedes Glück meinen Traum.
unbekannt!
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